Prinzip/Funktion


Kleine Typologie der Trockentoiletten

Im Bereich der Alternativen zu den Wasser verbrauchenden Spültoiletten (WC = Wasser- Closett) gibt es eine Vielfalt sowohl an Konstruktionen als auch in der Begriffsverwendung.

"Old-fashioned" und nur eingeschränkt nützlich: Donnerbalken und Chemietoilette

Die verbreiteten sogenannten Campingtoiletten (die mit gleichem Prinzip häufig auch in Wohnmobilen eingesetzt werden) gehören eigentlich nicht zu den Trockentoiletten, da diese meist ein kleines Wasserreservoir zum Spülen brauchen - und sich damit schon zahlreiche hygienische Probleme einhandeln. Fäkalien in wässriger Lösung erzeugen große Volumen an Abwasser und neigen zur Fäulnis mit den bekannten schlechten Gerüchen. - Und dann die Frage: wohin mit dem eventuell noch mit Zusatzstoffen angereicherten, muffeligen „Cocktail“?!

Übertroffen wird das nur noch von dem nicht guten aber doch alten Prinzip „Plumpsklo“ mit seinen zahlreichen hygienischen und praktischen Mängeln. Von einem Trocken-Closett = TC im modernen Sinn kann man hier noch nicht sprechen: Alles landet einfach auf einem Haufen und meist fehlt es auch an einem Behältnis zur kontrollierten Umsetzung der Fäkalien. Spültoiletten mit Sickergrube sind zwar vordergründig nicht so anrüchig aber unter Umwelt- und Hygienegesichtspunkten langfristig schädlich und daher auch nicht mehr zulässig. - Kommen wir also zu dem, was man auch unter den Oberbegriff Bio- Toiletten oder biologische Toilettensysteme fassen kann:

Biologische Toilettensysteme als moderne Sanitärlösung ohne Spülwasser: Komposttoiletten

Die einfachsten Lösungen moderner Trockentoiletten erhält man, indem man die Ausscheidungen mit geeigneten Streumaterialien wie Torf, Rindenschrot, Holzhäckseln und Spänen oder Stroh etc. bindet. Fäulnis und Gerüche können dadurch schon weitgehend unterbunden werden. Durch die Vermischung mit organischen Binde- und Lockerungsmitteln kommt man prinzipiell schon zu der Lösung der Komposttoilette. Damit eine Kompostierung unmittelbar erfolgen kann, braucht man entweder größere Volumen oder eine mechanische Umwälzung und Steuerung der Feuchte des Kompostmaterials in einem geeigneten belüfteten Behälter. Ansonsten kann der Kompostierungsprozeß am besten in einem eigenen dafür angelegten Kompostbehälter erfolgen, der nicht unbedingt baulich mit der Toilette selbst verbunden sein muss. Daher spricht man auch einerseits von Großkammer-Komposttoiletten (dies waren die ersten ursprünglich in Skandinavien entwickelten Typen) bzw. Kleinkammer-Varianten, entweder mit technischen Mitteln wie Rührwerken (und eventuell auch aktiver, energieintensiver Verdunstung) oder externer Kompostierung an geeigneter Stelle. Letzteres ist weniger komfortabel, hilft aber baulichen und technischen Aufwand und die damit einhergehenden Kosten gering zu halten.

All diese kompakten Trockentoiletten eignen sich insbesondere auch als Gartentoilette, da die Installation einfach ist und wenig Platz benötigt. Durch das vorhandene Grün steht einer Verwertung und Umsetzung direkt vor Ort nichts im Wege und den Anforderungen des Umweltschutzes und auch des Bundes-Kleingarten-Gesetzes kann damit genüge getan werden.



Die clevere Variante: Erst separat halten und dann passend verwerten mit Trenntoiletten

Einen anderen wegen gehen die Trocken-Trenn-Toiletten. Anstelle der Bindung und Lockerung der anfallenden Flüssigkeit mit relativ großen Mengen an Einstreu erfolgt hier die getrennte Erfassung des Urins gleich an der „Quelle“ vermittels eines in das Toilettengehäuse eingebauten Urinals (dies funktioniert prinzipiell unabhängig vom Geschlecht der Nutzer und kann auch bei Wasserspar-WCs zum Einsatz kommen). Für die Zukunft hat dieses Verfahren ein großes Potential, da auf diese Weise eine hygienische und effektive Verwertung der enthaltenen Pflanzennährstoffe möglich wird (s.u.).

Der praktische Gewinn ist aber zunächst für alle Situationen in denen Trocken-Trenn- Toiletten (oder auch: TTCs) zum Einsatz kommen, die unmittelbare wirkungsvolle und merkliche Verminderung von unangenehmen Gerüchen. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass Urin und Fäzes in Mischung sich gegenseitig durch enzymatische Vorgänge zur Geruch bildenden Stickstoffspaltung treiben, was durch die Separat-Haltung der Ausscheidungen grundsätzlich vermieden wird. -> Was nicht zusammen gehört soll besser auch nicht durch Unwissenheit oder Bequemlichkeit zusammen gemischt werden!

Separations-Toiletten sind daher der einfache und wirkungsvolle Kunstgriff für hygienische und umweltfreundliche „stille Örtchen“ die flexibel in Aufstellung und Gebrauch sind.

Humustoiletten - „Scheiße wird Erde“ (Friedensreich Hundertwasser)

Die Streitschriften zum Thema des bekannten Künstlers, Architekten und Umweltaktivisten stellen die mit der Abkehr von abwasserproduzierenden WCs einhergehende Möglichkeit der Rückführung in den natürlichen Stoffkreislauf in den Vordergrund. Biologisch- organisches Material wird durch Kompostierung zu Humus, belebtem Boden der letztlich das Pflanzenleben fördert. Statt potentielle Pflanzen-Nahrung den Kläranlagen- Mikroorganismen zu überlassen oder schließlich gar den Gewässern aufzubürden werden diese Nährstoffe durch die Humusbildung veredelt und in lokalen Kreisläufen gehalten. Jede (Trocken-) Toilette, die diese Vorgänge auf hygienische Weise ermöglicht, kann so also in Erweiterung des Begriffs Komposttoilette auch als Humustoilette bezeichnet werden.

Hier ist die öko-klo-gische Zukunft zu finden, so dass wir alle immer mal wieder „Scheiße bauen“ können und das sogar noch nützlich ist!

Copyright: Wolfgang Hoffmann, TC-Vertrieb





© Separett & Biolan TC-Vertrieb

Warum ein TC mit Trennsystem?

Das Trennsystem macht die Toilette auch bei wechselnden Nutzerzahlen und Nutzungsintensitäten im Betrieb zuverlässig und flexibel.

Für Biotoiletten gibt es im Prinzip zwei Wege, um effektiv mit den Hinterlassenschaften umzugehen:
Einmal die Zufügung von weiterer Biomasse bzw. organischer Einstreu, um den Urin zu binden und letztlich zu einer Kompostierung zu gelangen oder den Urin separat zu halten, was etwas mehr technischen Aufwand erfordert aber zahlreiche Vorteile hat.

Enzymatische und biologische Prozesse zwischen Kot und Urin führen verstärkt zu unangenehmen Gerüchen. Der Urin macht den Kot faulig und umgekehrt führt Kot im Urin zur Abspaltung von stechenden Ammoniakgasen (dies wird in konventionellen Campingtoiletten durch chemische Zusätze nur „übertüncht“). - Sie passen eigentlich zusammen wie Feuer und Wasser, nämlich gar nicht!

Kot für sich kann oberflächlich trocknen und schließlich vererden. Urin für sich lässt sich unproblematisch lagern, entwickelt weniger Geruch als mit Wasser und Fäkalien gemischt, stellt an sich kein Hygieneproblem dar und kann als Dünger verwertet werden.
„No-Mix“ (keine Vermischung) ist daher auch international eine Hauptstrategie der WHO (World Health Organization) und anderer Institutionen für zukunftsfähige Sanitärentwicklungen.
Da Urin um 85% des Volumens der Ausscheidungen ausmacht, brauchen TCs ohne Separation große Mengen an geeigneten Zuschlagstoffen oder verbrauchen viel Energie. Das Trennsystem macht die Toilette auch bei wechselnden Nutzerzahlen und Nutzungsintensitäten im Betrieb zuverlässig und flexibel.
Die Konsequenz daraus ist die Entwicklung moderner Trocken-Trenn-Toilettensysteme, wie sie Separett in jahrelanger Erfahrung optimiert anbieten kann.

Die separate Erfassung der Ausscheidungen erfolgt praktisch durch die Konstruktion einer Art Urinale im vorderen Bereich des Toilettengehäuses. Durch die ergonomisch passende Ausgestaltung dieser Urinalschale funktioniert die Trennung an der „Quelle“ und für Nutzer und Nutzerin gleichermaßen einfach und effektiv. Geruchsvermeidend, abwasserlos, hygienisch und mit der Möglichkeit Nährstoffkreisläufe zu schliessen, das sind die besonderen Vorzüge von Trocken-Trenn-Toiletten, die damit auch zu Humustoiletten werden (s.a. Menüpunkt „Weiterführendes“)



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